Die in Ortbeton-Massivbauweise errichtete Verdolung der Schwippe (Bach) in Sindelfingen besteht aus einer geschlossenen Rahmenkonstruktion mit insgesamt 52 Stahlbeton-Blöcken. Die Länge eines Blockes beträgt ca. 24 m; der Regelquerschnitt der Konstruktion beträgt ca. 7,90m x 4,05m (lichte innere Weite ca. 7m x 3m). Zwischen den Blöcken sind Bauwerksfugen ausgebildet (Blockfugen).
Die Gründung des Bauwerks erfolgt auf Rammpfählen unter Wandfundamenten.
Viele der Blockfugen weisen Undichtigkeiten auf, sodass die Decken- und Wandflächen in diesen Bereichen mit eindringendem Oberflächenwasser beaufschlagt werden.
Ausgehend von diesen Wassereintritten zeigen sich an sehr vielen Betonflächen links und rechts der Fugenflanken Rostausblühungen und Betonabsprengungen infolge teilweise massiver Korrosion der Bewehrungsstähle.
Das vorbeschriebene Schadensbild an den Blockfugen ist auch an einigen Einstiegsöffnungen festzustellen.
Vereinzelt sind an den Blöcken im Bereich zwischen den Fugen weitere Schadstellen und Rissbildungen (teilweise wasserführend) vorhanden.
Grundsätzlich ist die Schadensursache an der Stahlbetonkonstruktion in einem Zusammenspiel der unplanmäßigen Wasserbeaufschlagung durch undichte Blockfugen, teilweise zu geringer Betonüberdeckung, der Karbonatisierung des Betons sowie einer Tausalzbeaufschlagung aus den darüberliegenden Verkehrsflächen (öffentlicher Straßenraum und Werksgelände Mercedes-Benz AG) zu sehen.
Im Bereich der geschädigten Fugenstöße auf der Innenseite der Verdolung soll der geschädigte und teilweise auch chloridinduzierte Beton mittels Hochdruckwasserstrahlverfahren entfernt und die korrodierten Bewehrungsstähle freigelegt werden.
Die von dem schadhaften Beton befreiten Bereiche sollen im Anschluss mit einem Betonersatzsystem reprofiliert und mit einem abwasserbeständigen, mineralischen Oberflächenschutzsystem versehen werden.
In gleicher Weise werden auch vorhandene Einzelschadstellen außerhalb der Fugenbereiche an z.B. Schachtöffnungen und sonstigen Wand- und Deckenflächen bearbeitet.
Zur Abdichtung der Fugen sollen diese von der Unterseite vergelt werden. Eine Abdichtung von oben ist bauseits aktuell nicht vorgesehen.